Probefahrt: Opel Mokka-e

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Mokka mit Schuss

Treffpunkt Adam Opel Haus: In Rüsselsheim konnten wir den neuen Opel Mokka-e ausprobieren. Frisches Design strahlt uns an: Klare Linien – kein Schnick Schnack. Als wäre dieser Opel für eine junge Zielgruppe entworfen, wirkt das Design kraftvoll, dynamisch und sieht der Studie Opel GT X Experimental glücklicherweise sehr ähnlich. Das macht Lust auf eine ausgiebige Probefahrt.

Von Christoph Wisberg

„Der Mokka-e ist noch 0,1 Sekunden schneller als die
Verbrenner Variante 1.2 Direct Injection Turbo.“

Der Startvorgang ist gewohnt einfach: Startknopf drücken, Wahlhebel auf D oder B (mit Rekuperation) stellen. Letzterer ist ein alter Bekannter wie wir ihn auch aus dem Grandland kennen. Die Beschleunigung ist stromermäßig flott. Gemessen haben wir nicht, aber Opel gibt den Beschleunigungswert von 0 – 100 km/h in 9 Sekunden an. Damit ist er noch 0,1 Sekunden schneller als die Verbrenner Variante 1.2 Direct Injection Turbo mit 6-Gang-Getriebe.
Das Fahrwerk ist knackig abgestimmt. Wir würden es als sportiv bezeichnen – ähnlich wie wir es auch beim Opel Grandland X Hybrid4 erlebt haben. Der niedrige Schwerpunktunkt unterstützt diese Eigenschaft durch die tief platzierten Akkus. Während unserer Probefahrt von Rüsselsheim nach Mainz zeigte sich der Stromer auch bei Kurvenfahrten ziemlich neutral trotz des höheren Eigengewichts – kein Aufschaukeln oder ähnliche Effekte. Die direkt abgestimmte Lenkung ergänzt diese sportive Fahrwerksabstimmung hervorragend.

 

Der Mokka-e ist mit einer 50 kWh-Batterie ausgestattet. Der Elektromotor leistet 100 kW/136 PS und bietet 260 Newtonmeter maximales Drehmoment, bei einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 150 km/h. Die Reichweite ist mit bis zu 324 Kilometer, gemäß WLTP, angegeben. Das dürfte in der Praxis dann für realistische 200 Kilometer reichen ohne Ladestopp. Der Akku lässt sich mit bis zu 100 kW laden. Das ist ordentlich für ein Elektro-Auto dieser Klasse.
Der Mokka-e ist auf alle aktuellen Ladeoptionen ausgelegt. In Deutschland gehört der dreiphasige 11 kW-On-Board-Charger für Wechselstromladungen zur Serienausstattung. An öffentlichen Wall Boxen kann somit der Akku in 5 Stunden und 15 Minuten zu 100% aufgeladen werden. An einer öffentlichen Schnelladestation mit Gleichstrom (100 kW) wird die Batterie in nur 30 Minuten auf 80% seiner Kapazität aufgeladen.

 

Im klar strukturierten Innenraum fällt der erste Blick auf das 12 Zoll große Fahrerdisplay hinter dem Multifunktionslenkrad. Rechts, im Winkel zum Fahrer geneigt, findet sich das 10 Zoll große Farb-Touchscreen. Da sich aber weiterhin noch herkömmliche Tasten und Regler im Innenraum befinden ergibt das Gesamtbild eine gute, zeitgemäße Mischung. Das hat den angenehmen Effekt, dass man sich schnell zurechtfindet.
Die Haptik und Optik der Materialien ist gut gelungen. Der verbaute Kunststoff fühlt sich gut an. Im Cockpit sind einige Verkleidungen in Klavierlack- und Carbon-Design eingesetzt.

„Auch die Tatsache, dass die Elektro-Version direkt bei Verkaufsstart verfügbar ist finden wir gut, da das heutzutage bei den meisten Herstellern immer noch nicht selbstverständlich ist.“

Ab 19.990 Euro bekommt man den günstigsten Verbrenner-Mokka, mit 1.2 Direct Injection Turbo, 74 kW / 100 PS. Der direkte Vergleichskandidat zum Elektro-Mokka wäre wohl der PS-stärkste Verbrenner ausgestattet mit einem 1.2 Direct Injection Turbo Motor mit 96 kW / 130 PS. Der liegt dann in der Edition-Ausführung bei 24.765 Euro. Der Mokka-e hat aber sogar noch ein wenig mehr Leistung mit 100 kW / 136 PS. Gut das die staatliche Förderung für Elektro-Autos noch andauert. Damit liegt der neue Opel Mokka-e bei circa 24.500 Euro. Das ist nicht viel Geld für ein kompaktes Elektro-SUV. Schon der Listenpreis der Edition-Variante von 34.110 Euro liegt unter den vergleichbaren Konkurrenzmodellen anderer deutscher Hersteller. Auch die Tatsache, dass die Elektro-Version direkt bei Verkaufsstart verfügbar ist finden wir gut, da das heutzutage bei den meisten Herstellern immer noch nicht selbstverständlich ist.

Opel CEO Michael Lohscheller scheint mächtig stolz auf den neuen Mokka zu sein und sagt dazu: „Mit dem Mokka haben wir Opel quasi neu erfunden. Wir haben das Auto vom ersten Federstrich an in Rüsselsheim designt und entwickelt. Der neue Mokka zeigt alles, wofür Opel heute und in der Zukunft steht: Er macht Spaß, ist effizient und in jeder Hinsicht innovativ. Der Mokka verkörpert perfekt die Markenwerte von Opel – deutsch, nahbar, begeisternd.“

Trotz des höheren Eigengewichts lässt sich der Mokka-e flott um die Kurve fahren.

Tatsächlich sieht der neue Mokka ziemlich knackig und eigenständig aus. Diese Eigenständigkeit kann die Marke Opel im neuen Zusammenschluss, mit weiteren etablierten Marken unter dem Dach der Stellantis, bestimmt gut gebrauchen. Stellantis – das ist der neue Firmenname seit dem Zusammenschluss der Groupe PSA mit der Fiat Chrysler-Gruppe. Auch Opel gehört zum viertgrößten Autokonzern der Welt. Wenn man aber in Rüsselsheim ist scheint doch alles beim Alten – professionell aber gleichzeitig familiär und sympathisch.

In unserer Special-E Sonderveröffentlichung 12-2020 haben wir den Mokka-e bereits ausführlich vorgestellt. Für alle Interessierten die es ganz genau wissen wollen, hier der direkte Link:
www.special-e.de/ab-bestellstart-elektrisch/

Fotos: Opel Automobile GmbH

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