59227 Ahlen: Stapel – Zukunftsmodell „solare Mobilität“

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Zukunftsmodell „solare Mobilität“

Die STAPEL GmbH aus Tönnishäuschen bietet ein ungewöhnliches Produkt- und Leistungsspektrum. So
zählen Martin und Andreas Stapel neben Bad-Komplettsanierungen auch Solarstromanlagen sowie E-Bikes der Marken Raleigh, Batavus, AnthroTech, Stromer, Univega, BH und Hase zu ihrem Portfolio. Mit den
Solaranlagen fingen sie bereits vor 15 Jahren an. 2010 trat das Thema „solare Mobilität“ auf ihre Agenda – zunächst mit der kompletten Elektromobilitätspalette vom Pedelec bis zum Elektroauto. Seit 2011 setzen die Brüder vorerst nur noch auf E-Bikes und Pedelecs. Special-E sprach mit dem 42-jährigen Diplom-Betriebswirt Martin Stapel über Hintergründe, Visionen und die Zukunft der Mobilität.

Herr Stapel, als klassischer Sanitär-/Heizungsbetrieb ist man ja schnell auch beim Thema Solarthermie und dann vielleicht auch bei Photovoltaik; der Schritt zur E-Mobilität ist aber nicht ganz so naheliegend. Wie hat sich das entwickelt? Und was bedeutet „solare Mobilität“?
In der Hype-Phase der Solarenergie um 2009 hat, überspitzt formuliert, jeder Bäcker Solarstromanlagen verkauft. Wir haben nach Alleinstellungsmerkmalen gesucht. In dieser Zeit haben wir von Louis Palmer gehört, der als erster mit einem solarbetriebenen E-Auto um die Welt gefahren ist, und ihn als Referenten eingeladen. Sein Vortrag hat uns die Augen geöffnet. Die Botschaft: E-Mobilität ist bereits alltagstauglich. Wir haben alles dafür, was wir brauchen.
Ökologisch betrachtet, ist Elektromobilität aber langfristig nur mit erneuerbaren Energien sinnvoll. Wenn die Einspeisevergütung der Solarstromanlagen einmal ausläuft, wird es noch attraktiver sein, den Strom selbst zu nutzen. Da habe ich dann eine kostenlose Tankstelle auf dem Dach. Das ist das Prinzip „solare Mobilität“.

Aber müsste nicht erst die Stromversorgung 100 % „grün“ werden, bevor wir die E-Mobilität stärker vorantreiben?
Nein, worauf sollen wir warten? Beides muss parallel laufen. Ich mache mir ernsthaft Sorgen, dass die deutsche Wirtschaft sonst den Anschluss bei Technik und Innovationen verpasst.

Wohin geht die Reise bei der Mobilität? Was ist die Technik der Zukunft?
Die Zukunft der Mobilität ist ganz klar elektrisch – zumindest für den Großteil des Verkehrs. Studien haben gezeigt, dass für 80 Prozent der Verkehrsteil-nehmer und Fahrten die Reichweite der Elektrofahrzeuge schon heute vollkommen ausreichend ist. Für die restlichen 20 Prozent werden wir möglicherweise auch weiterhin Verbrennungsmotoren benötigen. Was die Reichweite betrifft, wird sich natürlich aber auch noch einiges tun.

Wo hapert es technisch noch?
Ein Punkt sind sicherlich die Speicher. Da sind wir aber heute schon viel weiter als noch vor fünf Jahren; die Preise sind in den letzten 12 Monaten um über 20 Prozent gefallen und werden es weiter tun – auch weil Elektro-Speicher überall gebraucht werden. Tesla baut in den USA derzeit die weltweit größte Fabrik für Lithium-Ionen-Akkus und auch andere Hersteller wie Varta sind an dem Thema dran. Da habe ich ein gutes Gefühl. Letztlich ist es wie mit einem neuen Computer: Morgen ist er bereits veraltet. Das hält trotzdem niemanden vom Kauf ab. Warum also bei Elektrofahrzeugen?

Was spricht zum Beispiel gegen Wasserstoff als Antriebstechnik?
Die Tankstellen-Infrastruktur müssten wir erst komplett aufbauen. Aber warum sollten wir das tun? Strom gibt es bereits überall. Und was kann bequemer sein, als das Auto zuhause oder während der Arbeitszeit tanken zu lassen?

Welche Impulse muss die Politik ggf. noch setzen, um die Energie- und Mobilitätswende weiter voranzutreiben?
Eigentlich reicht die Förderung, die es gibt. Natürlich geht es mit mehr Förderung schneller, aber wir haben bereits gute marktreife Elektrofahrzeuge. Die sind vielleicht noch ein bisschen teurer als vergleichbare Benziner. Aber da reden wir von etwa 5000 Euro Unterschied pro Fahrzeug, die sich durch die geringeren Unterhaltskosten nach einigen Jahren amortisieren. Zudem ist es einfach sehr angenehm, mit so einem hochwertigen Auto zu fahren.

Welche Ziele haben Sie sich als Unternehmer für die nächsten Jahre gesetzt?
Wir sind gerade dabei, die Lücken in unserem E-Bike-Portfolio zu schießen, um auch die junge Zielgruppe noch stärker anzusprechen. Wir möchten noch viel mehr Menschen buchstäblich aufs E-Bike helfen. Gerade bei S-Pedelecs ist noch viel Potenzial.
Vielleicht wollen wir zukünftig auch wieder ans Thema Elektroauto ran. Ich könnte mir Kooperationen mit lokalen Autohändlern vorstellen. Letztlich sind wir überzeugt: Solare Mobilität ist aktiver Umweltschutz und macht einfach Spaß! Das leben wir vor.
www.stapel-gmbh.de und www.solare-mobilitaet.com 

Wenn der Strom vom eigenen Dach kommt, macht E-Bike-Fahren noch mal doppelt Spaß: Andreas und Martin Stapel.

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