Technik will erlebt werden
Die IFA 2026 will Neuheiten nicht nur ausstellen, sondern in Bewegung bringen. Ihre Themenwelten zeigen, wie wir künftig wohnen, arbeiten, spielen – und unterwegs sein werden. Wir werden mit unserer Redaktion vor Ort sein, weil wir immer dort neugierig werden, wo Technik nicht nur blinkt, sondern den Alltag verändert.
Von Christoph Wisberg
Eine Technikmesse lässt sich auf zwei Arten besuchen. Man kann Datenblätter studieren, Prospekte einsammeln und anschließend mit einer Tasche voller Papier nach Hause fahren. Oder man findet selbst heraus, was neue Produkte tatsächlich können. Die IFA entscheidet sich auch 2026 ziemlich eindeutig für die zweite Variante. Vom 4. bis 8. September verwandelt sie das Berliner Messegelände erneut in ein großes Schaufenster für Home und Consumer Tech. Klar gegliederte Show Areas sollen dabei Orientierung schaffen und neue Entwicklungen möglichst greifbar machen.
Berlin kommt in Bewegung
Für Special-E.de steht naturgemäß der Bereich Mobility weit oben auf dem Rundgang. Hier treffen Elektrofahrzeuge, E-Bikes, E-Scooter, Ladeinfrastruktur, Mobilitäts-Apps und Entwicklungen rund um das autonome Fahren aufeinander.
Auf dem Mobility Test Track können ausgewählte Fahrzeuge und Konzepte direkt erprobt werden. Denn ob ein Fahrzeug überzeugt, zeigt sich meist erst, wenn man selbst aufsteigt, Gas gibt oder in die Pedale tritt.
Der Themenbereich dürfte deshalb auch zum Treffpunkt für Marken werden, die den Weg von A nach B nicht mehr ausschließlich vom Auto aus denken. Zwischen Bikes, Scootern, kompakten Elektrofahrzeugen und vernetzten Verkehrslösungen wird sichtbar, wie vielfältig moderne Fortbewegung inzwischen geworden ist.
Der gute Ton gehört dazu
Im Bereich Audio geht es um Kopfhörer, Lautsprecher, Hi-Fi-Systeme und neue Klangformate. Dabei steht längst nicht mehr allein eine möglichst eindrucksvolle Basswiedergabe im Mittelpunkt.
KI soll Stimmen verständlicher machen, störende Geräusche herausfiltern und den Klang an persönliche Vorlieben anpassen. Hinzu kommen räumliche Audioformate und Streaming-Lösungen. Was davon wirklich gut klingt, lässt sich vor Ort herausfinden. Das ist besonders hilfreich, weil Begriffe wie „immersiv“, „dreidimensional“ oder „studioähnlich“ auf Verpackungen inzwischen beinahe so häufig auftauchen wie der Hinweis, vor Gebrauch die Anleitung zu lesen.
Wenn das Zuhause mitdenkt
Im Smart Home stehen vernetzte Beleuchtung, Kameras, Heizungssteuerungen, Energiemanagement und berührungslose Bedienkonzepte im Mittelpunkt. Sie sollen das Wohnen komfortabler, sicherer und effizienter machen.
Die eigentliche Herausforderung liegt dabei weniger im einzelnen Gerät als in seinem Zusammenspiel mit anderen Komponenten. Schließlich wird ein Zuhause nicht automatisch klüger, nur weil jedes Haushaltsgerät eine eigene App verlangt. Wirklich smart wird es erst, wenn die Ausstattung Aufgaben vereinfacht, ohne dabei selbst zur neuen Aufgabe zu werden. Der Bereich Home Appliances ergänzt das Angebot um energieeffiziente Haushaltsgeräte und vernetzte Küchen. Der Kühlschrank kennt womöglich seinen Inhalt, der Backofen das passende Programm und die Waschmaschine den günstigsten Zeitpunkt zum Start. Nur das Einräumen bleibt vermutlich weiterhin am Menschen hängen.
Fernsehen kann inzwischen fast alles
Im Bereich Home & Entertainment treffen neue Fernsehgeräte, Projektoren, Streaming-Angebote und Heimkino-Lösungen aufeinander. Größere Bildflächen, höhere Auflösungen und ausgefeilte Soundsysteme sollen das Wohnzimmer näher an den Kinosaal rücken. Dabei zählt längst nicht mehr nur die Anzahl der Pixel. Automatische Systeme optimieren Bild und Ton, während Projektoren selbst größere Wandflächen in private Leinwände verwandeln.
Spielen mit voller Rechenleistung
In Computing & Gaming wird es leistungsstark. Neue PCs, Laptops, Prozessoren, Grafikkarten, Monitore und Zubehör zeigen, wie schnell sich die digitale Welt weiterentwickelt. KI beschleunigt Anwendungen und soll virtuelle Welten noch realistischer machen. Für Gamer bedeutet das mehr Leistung und intensivere Erlebnisse. Bei Communication & Connectivity stehen Smartphones, Wearables, 5G, 6G und aktuelle Netzwerklösungen im Mittelpunkt.
Technik bekommt ein gutes Körpergefühl
Beauty Tech & Wellbeing zeigt, wie stark digitale Anwendungen inzwischen in Gesundheit, Fitness und persönliche Pflege hineinreichen. Wearables erfassen Leistungsdaten, Sensoren analysieren Schlaf und Erholung, Apps begleiten Training und Prävention. Hinzu kommen Medizintechnik, Telehealth-Angebote sowie Anwendungen rund um mentale Gesundheit und gesundes Altern. Der Spiegel im Badezimmer bekommt damit Konkurrenz von Geräten, die nicht nur sagen, wie man aussieht, sondern gleich noch Schlafqualität, Puls und Regenerationsstatus beurteilen. Ob das beruhigt oder zusätzlichen Leistungsdruck erzeugt, dürfte eine Frage der persönlichen Einstellung bleiben.
Ideen brauchen eine Startbahn
Mit IFA Next richtet die Messe den Blick auf Start-ups, junge Unternehmen und Technologien, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen. Hier finden sich Prototypen, neue Geschäftsmodelle und mitunter Ideen, für die der Alltag erst noch erfunden werden muss. Content Creation wiederum widmet sich Kameras, Licht, Ton, Videoschnitt und Streaming. Live-Demonstrationen, Studios und der Creator Hub machen deutlich, dass Inhalte heute nicht mehr nur konsumiert, sondern beinahe überall selbst produziert werden. Die Retail Innovation Zone und die eigenständig vom 5. bis 7. September veranstalteten IFA Global Markets erweitern das Spektrum um Handel, Beschaffung und internationale Produktionslösungen.
Abkürzung durch die Messehallen
Wer bei diesem Angebot nicht zwischen Kühlschrank, E-Scooter und Gaming-Rechner die Orientierung verlieren möchte, kann sich fachkundige Unterstützung holen. Geführte Touren bringen Fachbesucher gezielt zu ausgewählten Höhepunkten.
Zur Auswahl stehen fünf Themen – von Smart Home über KI bis Green Tech. Begleitet werden die Rundgänge von Branchenexperten und dauern jeweils weniger als 90 Minuten. Das reicht für einen fundierten Überblick und lässt anschließend noch genügend Zeit für eigene Entdeckungen. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung.
Auch die Anreise wird etwas smarter
Gemeinsam mit der Deutschen Bahn bietet die IFA exklusive Veranstaltungstickets an. Die klimafreundliche Fahrt nach Berlin ist nach aktuellen Angaben bereits ab 16,19 Euro buchbar. Über eine Partnerschaft mit der Lufthansa Group stehen zudem vergünstigte Flugtarife zur Verfügung. Bei der Unterkunft arbeitet die Messe mit EventBeds zusammen. Dort können Besucher bei ausgewählten Hotelbuchungen bis zu 30 Prozent sparen. Flexible Stornierungsmöglichkeiten und eine persönliche Betreuung bei Gruppenreservierungen ab zehn Personen gehören ebenfalls zum Angebot.
Fotos: IFA


