e-motion Velbert: Erst der Akku, dann das Fahrrad

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Erst der Akku, dann das Fahrrad

Meike und Michael Wiegel kamen über den Batteriehandel zum E-Bike. Heute verkaufen sie im e-motion e-Bike Premium-Shop Velbert Fahrräder fürs Bergische Land. Wir sprechen über starke Motoren, überzeugende Marken und die Frage, ob beim Fahrradhändler künftig auch Microcars stehen könnten.

Von Christoph Wisberg

Normalerweise beginnt die Geschichte eines Fahrradgeschäfts mit Fahrrädern. Beim Energiewerk in Velbert beginnt sie mit Batterien. „Wir waren damals Batterie-Großhändler“, erzählt Michael Wiegel. „Wir haben Batterien für alles Mögliche verkauft und auch kleine Akkupacks selber gebaut.“Dann häuften sich die Anfragen nach Fahrradakkus. An vielen elektrischen Rädern hingen damals noch schwere Bleiakkus. Das Energiewerk besorgte leichtere Lithiumlösungen; schließlich standen auch die ersten Fahrräder im Geschäft. Im Frühjahr feierten Meike und Michael das 15-jährige Bestehen ihres E-Bike-Handels.Die frühen Antriebe waren technisch noch weit vom heutigen Standard entfernt. Spaß machten sie trotzdem. „Im Vergleich zum normalen Fahrradfahren hier im Bergischen war es geil“, erinnert sich Michael. „Das kann man nicht anders sagen.“Wer eine Velberter Steigung ohne Motor hinter sich hat, dürfte die Wortwahl verstehen. Michael fährt bis heute regelmäßig selbst und probiert dabei gern Neues aus: „Im Prinzip einmal querbeet, alles, was so da ist.“

DIE BERGE BESTELLEN MIT
„Ein kräftiger Motor ist halt schon mal Grundbedingung Nummer eins“, sagt Michael. Seine Kunden suchen vor allem vielseitige Räder für Arbeitsweg, Einkauf und Wochenendtour. Breite Reifen, Licht, Schutzbleche und Gepäckträger gehören dazu. Heute heißen diese Alleskönner SUV-Bikes. „Früher haben wir sie eierlegende Wollmilchsau genannt.“ Mindestens die Hälfte der Verkäufe gehe im Energiewerk in diese Richtung. Die Landschaft mit ihren Steigungen und Waldwegen erklärt die Nachfrage. Die örtliche Infrastruktur trägt ebenfalls dazu bei. Michael lobt ausgebaute Bahntrassen, vermisst aber sichere Verbindungen zwischen den Stadtteilen und bis zu den Arbeitsplätzen. „Am Ende muss man sich wieder mit irgendwelchen Lkw duellieren“, sagt er. „Und das macht dann halt keinen Spaß.“ Auch der stärkste Motor ersetzt keinen sicheren Radweg.

Alltag und Wochenendtour: Riese & Müller gehört für Michael Wiegel zu den wichtigsten Marken im Sortiment. Hier das Charger4 GT vario.

Alltag und Wochenendtour: Riese & Müller gehört für Michael Wiegel zu den wichtigsten Marken im Sortiment. Hier das Charger4 GT vario.

PREMIUM HAT SEINEN PREIS
Welche Marke besonders gut zum Geschäft passt, beantwortet Michael ohne Bedenkzeit: „Das ist seit Jahren unangefochten Riese & Müller.“ Der Hersteller verbinde Alltagstauglichkeit und Geländeeignung überzeugend. Manche Kunden empfänden die Modelle als schwer oder klobig. „Es ist aber trotzdem immer noch das, was wir am meisten verkaufen“, erklärt Michael, „und wo wir die meisten glücklichen Kunden mit haben.“ Sein Maßstab sind die vielen intensiv genutzten Räder draußen im Alltag. Auch dort könne ein Bauteil ausfallen. Insgesamt funktioniere das Paket jedoch zuverlässig. Allerdings: „Du hast halt nicht jeden, der 6.000 Euro für so ein Charger ausgeben will.“
Hier hat sich HEPHA als Alternative etabliert. Für rund 3.000 Euro bekämen Käufer ein überzeugend ausgestattetes E-Bike. Michaels Urteil fällt knapp aus: „Das Gesamtpaket ist einfach verdammt gut.“

DER ALLTAG ENTSCHEIDET
Bei Lastenrädern beobachtet das Energiewerk einen Wechsel. Große Modelle waren während der Coronazeit und mit den damaligen Förderprogrammen stark gefragt. Heute laufen vor allem Longtails: Fahrräder mit verlängertem Gepäckträger für Kinder oder Gepäck.
„Die passen auch in eine Garage neben das Auto“, erklärt Michael. Der geringere Platzbedarf mache sie für viele Familien attraktiver. Er selbst fuhr mit seiner Familie lange ein Load von Riese & Müller: „Das war immer ein tolles Rad.“ Zum Alltag gehört auch der Service. Die Werkstatt betrachten Meike und Michael vor allem als Grundlage einer langfristigen Kundenbeziehung. „Unter dem Strich verkaufst du lieber wieder ein Rad an einen glücklichen Kunden, als dass du ihn vorher um die letzten fünf Euro ausgepresst hast.“

Selbstständig unterwegs: Dreiräder wie der vanRaam Easy Rider Explore eröffnen zusätzliche Möglichkeiten für Alltag und Freizeit.

Selbstständig unterwegs: Dreiräder wie der vanRaam Easy Rider Explore eröffnen zusätzliche Möglichkeiten für Alltag und Freizeit.

DREI RÄDER BRAUCHEN RUHE
Für Dreiräder richteten die Wiegels im früheren Ladenlokal ein eigenes Zentrum ein. Abseits des lebhaften E-Bike-Shops lässt sich ausführlicher besprechen, welche Unterstützung jemand benötigt und welches Modell passt. Zum Angebot gehören vanRaam, pfautec und Hase.
„Da drüben hast du eine Ruhe“, sagt Michael. Die Nachfrage wachse: Menschen möchten auch im Alter selbstständig bleiben, zugleich werden Dreiräder im Straßenbild selbstverständlicher.
„Da sind viele dabei, denen man Mobilität dadurch wieder zurückgibt“, erklärt Michael. „Das ist schon schön.“

UND DANN NOCH VIER RÄDER?
Unser Gespräch kommt schließlich auf elektrische Microcars. Auch bei Special-E.de nehmen die Leseranfragen zu den kleinen Stromern langsam, aber stetig zu. Michael sieht darin eine mögliche Erweiterung für das Energiewerk. „Das halte ich für eine ganz interessante Variante.“
Im Umfeld der gemeinsamen Tochter erleben Meike und Michael bereits, wie Jugendliche damit selbstständiger unterwegs sind. Ein geschlossenes Fahrzeug erleichtert Wege bei schlechtem Wetter und erspart Eltern manchen Fahrdienst. Noch prüfen die beiden die Möglichkeiten. Bei einem Anbieter haben sie angefragt. Platz wäre vorhanden, der Werkstattmeister ist gelernter Kfz-Meister.
„Wenn, dann kann der Weg für uns eigentlich nur über Newcomer gehen“, sagt Michael. Etablierte Automobilmarken hätten ihre Vertriebsnetze bereits.
Ob künftig Microcars im Energiewerk stehen, bleibt offen. Es wäre jedenfalls nicht das erste Mal, dass Meike und Michael mit ihrem Geschäft neue Wege einschlagen. Damals fing es mit einem besseren Akku an.



e-motion e-Bike Premium-Shop Velbert
Flandersbacher Weg 6 | 42549 Velbert | 02051 / 9332130 | www.emotion-technologies.de

 

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